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Arbeiten im Weinberg im Jahresverlauf


Januar/Februar:

Winterschnitt , Reberziehung

Rebholz

Bis auf eine Fruchtrute wird das alte Holz von den Rebstöcken entfernt. Damit lässt sich die Qualität des Weines steuern, da die wertvollen Inhaltsstoffe nicht auf zu viele Trauben verteilt werden müssen. Der Rebschnitt ist nur in reiner Handarbeit durchzuführen. Die Ruten werden anschließend entweder im Weinberg aufgeschichtet und verbrannt oder kompostiert und anschließend als Dünger verwendet.

 

März/April:

Biegen, Binden, Abranken

Wenn die Reben anfangen zu "bluten" - so nennt man den Saftaustritt an den Schnittwunden, werden die Fruchtruten nach unten gebogen und gebunden. Durch das Biegen und Binden wird eine gleichmäßige Verteilung der Triebe erreicht. Das Aufbinden soll das Abbrechen der Triebe verhindern und die Schattenbildung minimieren. So kann das Licht ideal an den Weinstock gelangen, außerdem werden die Lese sowie die Schädlingsbekämpfung deutlich erleichtert. Die Triebe, die aus dem Stamm herauswachsen werden ausgebrochen, denn diese sind nicht fruchtbar und entziehen der Pflanze unnötige Kraft.

 

Ab April:

Weinbergrosen

Bodenbearbeitung, Begrünung

Der Boden wird mit verschiedenen Arbeitsgeräten wie Grubber, Fräse und Kreiselegge, mechanisch aufgelockert. Gräser und andere Unkräuter im Weinberg, die den Reben vor allem in trockenen Jahreszeiten das Wasser wegnehmen, werden untergemulcht. Gleichzeitig werden die Tagwurzeln der Reben zerstört. Die Rebe kann dadurch weniger Feuchtigkeit aufnehmen, damit vor allem in der Reifephase die Beeren nicht verwässern. Das Mulchen dient aber auch der Humusbildung. Anschließend werden Begrünungspflanzen eingesät. Damit die Reben ausreichend mit Nährstoffen versogt werden, wird nun auch gedüngt. Durch modernere Analysemethoden kann z.B. die benötigte Düngermenge genau bestimmt werden.

 

Mai/Juni:

Pflanzenschutz

Nach dem Austrieb beginnt die Phase des Pflanzenschutzes gegen Pilzkrankheiten, wie den echten und falschen Mehltau. Hierfür werden heute meist organische Fungizide eingesetzt. Früher verwendete man vor allem Kupfer- und Schwefelpräparate. Je nach Witterung müssen die Rebschutzspritzungen im Laufe des Sommers insgesamt 4 bis 7 mal durchgeführt werden. Eine der ökologischen Methoden, durch die sich die Verwendung von Insektiziden einschränken lässt, ist die „Geschlechterkonfusion“,. Hierzu werden in den Rebstöcken Kapseln befestigt, die Pheromone aussenden, Lockstoffe, wie sie sonst vom Weibchen des Traubenwicklers abgegeben werden. Auf diese Weise werden die Männchen getäuscht, es finden weniger Paarungen statt, und das Grauschimmelrisiko wird um die Hälfte verringert.

Mai, Juni, Juli, August:

Anspalieren/Aufbinden, Beschneiden, Grüne Lese, Entlauben

Um ein Abbrechen der Reben zu verhindern, werden die Triebe der Reben zwischen zwei Drahtreihen gespannt. Dadurch wird auch das Beschneiden erleichtert, bei dem die äußeren Enden der nachgewachsenen Triebe maschinell beschnitten werden. Während der Blüte, Ende Juni, sollten die Reben möglichst ihre Ruhe haben. Wenn Mitte bis Ende August die Reifephase eintritt, beginnen viele Winzer mit der sogenannten "grünen Lese". Durch das Entfernen einiger schon erbsengroßen Beeren, erhalten die verbleibenden Beeren mehr Kraft. Um die Sonnenbestrahlung und Belüftung der Beeren zu verbessern. werden in Handarbeit die in nächster Nähe der Trauben befindlichen Blätter weggeschnitten.

 

September, Oktober:

Bottiche

Weinlese

Die Weinlese beginnt. Das kann sich bis zu drei Wochen hinziehen. Vor allem, wenn sie von Hand erfolgt. Zwar werden die Trauben immer häufig mit dem Vollernter gelesen, aber nur in Handarbeit kann der Winzer faule oder unreife Trauben konsequent auslesen. Ein Weinleser benötigt pro ha ca 250 Stunden oder 30 Personen pro ha/Tag.

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